Warum eine Geburtenregistrierung den Zugang zum Recht erschließt

Ziel des Projekts „Papiere von Anfang an“ war es, die zwei Berufsgruppen Sozialarbeitende und Standesbeamt*innen für die Bedeutung einer Geburtsurkunde zu sensibilisieren und ihnen Kenntnisse über die kinder- und menschenrechtlichen Vorgaben zu vermitteln.

Eine Geburtsurkunde ist das zentrale Dokument, das die Existenz eines Menschen belegt. Sie ermächtigt eine Person dazu, ihre Rechte gegenüber einem Staat geltend zu machen, eine Staatsangehörigkeit und später einen Pass zu erhalten oder auch zu heiraten.

Trotz dieser klaren gesetzlichen Regelung gibt es Kinder, die in Deutschland geboren werden, aber keine Geburtsurkunde erhalten. Dies ist der Fall, wenn die Eltern ihrerseits nicht in der Lage sind, ihre Identität mit einem Dokument zu belegen, zum Beispiel, weil sie geflüchtet sind.

Sozialarbeitende und Standesbeamt*innen haben eine Schlüsselfunktion im Ausstellungsprozess einer Geburtsurkunde: Während erstere geflüchtete Mütter beziehungsweise Eltern über die Wichtigkeit einer Geburtsurkunde aufklären und sie auf diese Weise beim Zugang zum Recht unterstützen, sind die Standesbeamt*innen konkret für das Ausstellen der Dokumente zuständig. In Artikel 7 der UN-Kinderrechtskonvention (UN-KRK) ist festgehalten, dass jedes neugeborene Kind unverzüglich nach der Geburt in ein Geburtenregister einzutragen ist; dieser Vorgang umfasst die Ausstellung einer Geburtsurkunde.

In dem einjährigen Projekt hat die Monitoring-Stelle die Webseite „recht-auf-geburtsurkunde.de“ entwickelt. Die Website bündelt alles Wichtige und Wissenswerte rund um die Geburtenregistrierung und die kinderrechtskonforme Anwendung der betreffenden Gesetze. Standesbeamt*innen und Sozialarbeitende finden so schnell und unkompliziert Antworten auf praxisnahe Fragestellungen sowie Hintergrundinformationen und Hinweise auf Publikationen in dem Themenfeld.

Begleitet wurde das Projekt von einem Beirat, der die Konzeption unterstützte und sicherstellte, dass Perspektiven aus der Praxis mitgedacht wurden. Unter anderem waren der Bundesverband der Deutschen Standesbeamtinnen und Standesbeamten, jumen, UNHCR Berlin und Fachpersonen aus der Sozialen Arbeit im Beirat vertreten. Das Projekt wurde von der CMS-Stiftung mitfinanziert, startete Anfang Juni 2021 und endete am 31. Dezember 2021.

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